Vorratshaltung

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Die Pflichtlagerhaltung ist für die importabhängige Schweiz als vorsorgliche Massnahme von grosser Bedeutung. Kann die Nachfrage nach wichtigen Grundversorgungsgütern aufgrund eines Engpasses über den Markt nicht mehr gedeckt werden, stellen Vorräte, die bei Bedarf freigegeben werden können, ein wertvolles Instrument der wirtschaftlichen Landesversorgung dar.

Aktuell

Unverzichtbare Pflichtlager

Die COVID-19-Pandemie zeigt deutlich die Bedeutung der Pflichtlager in der Schweiz: Engpässe bei der Versorgung mit Heilmitteln gibt es zwar immer wieder. Während der Pandemie treten sie aber verstärkt auf. 2020 waren insgesamt 92 Mal Pflichtlager aus dem Bereich Heilmittel freigegeben worden, zumeist für Antibiotika. Und im Februar 2020 hatte der Bund die Pflichtlager an FFP2/3-Masken aufgekauft und verteilte diese über die Armeeapotheke an die Kantone.

In den Pflichtlagern finden sich nicht nur Masken und Heilmittel. Derzeit halten etwa 300 Unternehmen Pflichtlager unterschiedlichster Waren, von Grundnahrungsmitteln über Treibstoff bis Dünger. Der Gesamtwert der Lager wird aktuell auf rund 2,5 Milliarden Franken geschätzt.

Der Bund bestimmt die obligatorisch zu lagernden Waren. Das Sortiment hat sich seit den 1990er Jahren stark verändert: Metalle, Textilien oder auch Seifen- und Waschmittel werden heute nicht mehr in Pflichtlagern gehalten. Demgegenüber gewannen die Heilmittel an Bedeutung. Den privaten Haushalten empfiehlt der Bund zudem, einen Notvorrat anzulegen, mit Lebensmitteln, und Wasser für rund eine Woche. Der Notvorrat sollte auch persönliche Medikamente, Masken und Bargeld enthalten.

vsao Journal Februar 2021: Vom Pflichtlager bis zur Speichermilz (PDF, 505 kB, 25.02.2021)

(25.02.2021)

Das System der Pflichtlagerhaltung basiert auf der Zusammenarbeit zwischen dem Staat und der Wirtschaft. Der Bund legt die Zusammensetzung und das Ausmass der Pflichtlager fest. Die Vorräte werden jedoch nicht vom Bund, sondern von privaten Unternehmen gehalten und sind in deren Eigentum. Am 1. Februar 2021 hielten rund 300 Unternehmen ein Pflichtlager.

Die Kosten der Pflichtlagerhaltung werden von den Unternehmen auf die Verkaufspreise überwälzt und damit von den Konsumenten getragen. Im Durchschnitt bezahlt jeder Einwohner der Schweiz auf diese Weise jährlich ca. CHF 12.-- für die wirtschaftliche Landesversorgung (Stand: 1. Februar 2021).

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 25.02.2021

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