Pflichtlagerfreigabe

In der Schweiz sind gewisse lebenswichtige Güter der Pflichtlagerhaltung unterstellt, d.h. betroffene Unternehmen sind verpflichtet, im Sinne eines Beitrages zur Versorgungssicherheit die entsprechenden Güter an Lager zu halten und zu bewirtschaften. Der Bund überwacht diese Pflichtlager und erleichtert deren Finanzierung. Dies betrifft die Versorgungsprozesse Lebensmittel (z.B. verschiedene Nahrungsmittel oder Dünger), Energie (z.B. Benzin) und Heilmittel (z.B. Antibiotika, starke Schmerzmittel oder Insulinpräparate). Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Rubrik Vorratshaltung.

Die Freigabe der Pflichtlager kann innert 1-2 Wochen erfolgen und dient der Stützung des Angebots im Fall einer Versorgungsstörung.

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Aktuell

Pflichtlager wegen schwerer Mangellage bei Schmerzmitteln wird freigegeben

In der Schweiz sind zu wenig orale Opioide verfügbar, insbesondere Morphinpräparate. Das WBF hat entschieden, wegen der sich abzeichnenden schweren Mangellage bei diesen Schmerzmitteln das Pflichtlager von Opioiden freizugeben. Die entsprechende Verordnung tritt am 15. März 2022 in Kraft.

Zurzeit werden nicht genügend orale, retardierte Opioide geliefert, um den Schweizer Markt stabil zu versorgen. Gründe dafür sind unter anderem Kapazitätsprobleme in der Herstellung der komplexen Produkte, die den Wirkstoff über einen längeren Zeitraum verzögert freisetzen (retardiert).

Betroffen sind Produkte für Patientinnen und Patienten mit mittelstarken bis starken, lange anhaltenden Schmerzen. Einzelne Mittel werden aber auch zur oralen Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit eingesetzt.

Medienmitteilung: Pflichtlager wegen schwerer Mangellage bei Schmerzmitteln wird freigegeben

Verordnung des WBF über die Pflichtlagerfreigabe von Opioiden 

(07.03.2022)

Letzte Änderung 07.03.2022

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