Ethanol

COVID-19: Übergangslösung zur Sicherstellung von Ethanolvorräten

Der Bundesrat will sicherstellen, dass die Schweiz genug Ethanol vorrätig hat. Deshalb hat er am 12. August 2020 dem Parlament einen Antrag für einen Verpflichtungskredit von CHF 5.82 Mio. gestellt, um eine Übergangslösung zur Sicherstellung von Ethanolvorräten (Sicherheitslager) schaffen zu können.

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Aktuell

Pläne für Ethanol-Pflichtlager unterstützt

Die Pläne des Bundesrats für ein Ethanol-Pflichtlager finden die Unterstützung des Parlaments. Nach dem Nationalrat im September 2020 hat nun auch der Ständerat in der Wintersession die Motion der grünen Nationalrätin Sophie Michaud Gigon (VD) angenommen.

Die Motion Michaud Gigon verlangt vom Bundesrat, alles Notwendige vorzukehren, damit ein Ethanol-Pflichtlager aufgebaut werden kann. Der Bundesrat beantragte am 12. August 2020 die Annahme dieser Motion, weil die Erfahrungen aus der 1. Welle der Pandemie gezeigt haben, wie wichtig Ethanol für die Herstellung von Desinfektions- und Arzneimitteln ist. Der Vorschlag des Bundesrat geht voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2021 in die Vernehmlassung.

Der Ständerat hat auch die Motion Burgherr angenommen, zur Überprüfung der Pflichtlagerhaltung.

(15.12.2020)

Motion Michaud Gigon: Für einen Wiederaufbau des Ethanol-Pflichtlagers in der Schweiz

Das Parlament stimmte am 25. September 2020 dem Antrag des Bundesrates für eine Übergangslösung zu. Damit soll gewährleistet werden, dass kurz- und mittelfristig genug Ethanol für die Versorgung des Landes zur Verfügung steht, auch bei einer erneuten, stark ansteigenden Nachfrage.

Diese Übergangslösung umfasst 6'000 Tonnen Ethanol. Das ist ein Sicherheitslager für die Herstellung von Desinfektions- und Arzneimitteln im Pandemiefall. Es deckt den erforderlichen Bedarf von rund drei Monaten ab. Die Übergangslösung ist befristet bis Ende 2021.

Als Nachfolgelösung ist vorgesehen, dass für Ethanol ab dem Jahr 2022 Pflichtlager vorzuhalten sind. Die entsprechende Verordnung ist bereits in Arbeit. Sie basiert auf dem Landesversorgungsgesetz und soll im nächsten Jahr in die Vernehmlassung geschickt werden. Diese Pflichtlager werden dann von der Wirtschaft selber finanziert. Die Idee eines Pflichtlagers fand in beiden Parlamentskammern mit der Annahme der Motion Michaud Gigon Unterstützung.

Sicherheitslager füllt sich

Das Sicherheitslager befindet sich aktuell im Aufbau und soll bis zu 6'000 t umfassen. Per Ende Dezember 2020 konnten die gesamten 6’000 t vertraglich gesichert und bereits rund 3'200 t beim Privatunternehmen Alcosuisse eingelagert werden.

Alcosuisse finanziert das Ethanol im Sicherheitslager. Der Bund entschädigt der Firma die Lagerhaltungskosten für die Bereitstellung der Lagerinfrastruktur. Das BWL verkauft kein Ethanol aus dem Sicherheitslager und nimmt auch keine Bestellungen für Ethanol entgegen.

Das BWL kann Alcosuisse  gestatten, Ethanol aus dem Sicherheitslager zu entnehmen, wenn sich die Versorgungslage wieder zuspitzen sollte. Dies wäre der Fall, wenn die Nachfrage nach Ethanol wegen der Pandemie wieder stark ansteigen und die ordentlichen Lager für die Belieferung der Desinfektionsmittelhersteller deshalb nicht mehr ausreichen würden. Das Ethanol aus dem Sicherheitslager soll dann zur Herstellung von Arznei- und Desinfektionsmitteln verwendet werden.

Unterschiedliche Qualitäten für unterschiedliche Produkte

Ethanol gibt es in unterschiedlichen Qualitäten. Diese sind abhängig vom Verwendungszweck: Für allgemein verwendbare Händedesinfektionsmitteln wird Ethanol verwendet, das die grundlegenden Anforderungen gemäss der Biozidverordnung erfüllt. Zur Verwendung in den Spitälern werden strengere Anforderungen gestellt. Noch höhere Anforderungen gelten für die Herstellung von Arzneimitteln. Daher sollen drei unterschiedliche Qualitäten gelagert werden.

Letzte Änderung 07.01.2021

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