Ethanol

Ethanol ist eine Substanz, die vor allem für die chemisch-pharmazeutische Industrie wichtig ist . So ist Ethanol bei der Herstellung von Arzneimitteln unabdingbar. Engpässe bei der Ethanol-Versorgung während der COVID-19-Krise machten auch der breiten Bevölkerung bewusst, wie wichtig ständig verfügbares Ethanol ist. Der Bundesrat hat inzwischen die Weichen gestellt, damit die Schweiz künftig stets genug Ethanol hat.

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Aktuell

Bundesrat für Verlängerung des Kredits für Ethanol-Sicherheitslager

Der Bundesrat hat eine Verlängerung des Kredits zur Sicherstellung der Versorgung mit Ethanol beschlossen. Dies ist nötig, weil die in der Vernehmlassung präsentierte Pflichtlager-Lösung auf grossen Widerstand gestossen ist. Die Übergangslösung mit einem Sicherheitslager soll deshalb verlängert werden, neu bis Ende 2022. Nun ist das Parlament am Zuge.

Damit die Schweiz genügend Ethanol vorrätig hat, muss die mit der Alcosuisse getroffene Übergangslösung verlängert werden. Der Sicherstellungsvertrag für die Lagerung von 6000 Tonnen Ethanol ist nämlich bis Ende 2021 befristet.

Medienmitteilung: Bundesrat für Verlängerung des Kredits für Ethanol-Sicherheitslager

Vernehmlassung 2021/13: Verordnung über die Pflichtlagerhaltung von Ethanol (Ethanolpflichtlagerverordnung)

(17.09.2021)

Ein erster Schritt dorthin war die Einrichtung eines Sicherheitslagers. Der Bundesrat hatte für dieses einen Verpflichtungskredit von 5,82 Millionen Franken beantragt. Dabei handelt es sich um eine Übergangslösung. Sie ist bis Ende 2021 befristet. Das Parlament stimmte dem im September 2020 zu. Dieses Sicherheitslager soll 6000 Tonnen Ethanol umfassen. Damit deckt es den Bedarf an Ethanol ab, der während drei Monaten in den versorgungsrelevanten Bereichen wie Desinfektionsmittel oder Arzneimittel benötigt wird.

Eingelagert ist das Ethanol beim Privatunternehmen Alcosuisse. Seit Ende März 2021 sind dort nun die vorgesehenen 6000 Tonnen in Reserve. Der Bund entschädigt der Firma die Lagerhaltungskosten. Das BWL kann Alcosuisse gestatten, Ethanol aus dem Sicherheitslager zu entnehmen, wenn sich die Versorgungslage wieder zuspitzen sollte.

Als dauerhafte Lösung strebt der Bundesrat aber ein Pflichtlager für Ethanol an. Die Verordnung dazu, die derzeit in der Vernehmlassung ist, basiert auf dem Landesversorgungsgesetz. Die Idee eines Pflichtlagers fand bereits 2020 in beiden Parlamentskammern mit der Annahme der Motion Michaud Gigon Unterstützung.

Nur in Ausnahmesituationen mit Schweizer Ethanol

Das in der Schweiz verwertete Ethanol wird zu 100% importiert, vor allem aus Frankreich, Deutschland, der Ukraine, Brasilien, Pakistan und Guatemala. In Ausnahmesituationen, könnte in der Schweiz hergestelltes Ethanol die Importe ergänzen. Erfahrungen während der COVID-19-Krise zeigten, dass Händedesinfektionsmittel für die Bevölkerung durchaus mit Schweizer Ethanol aus Wein, Schnaps oder Obst hergestellt werden können.

Um Hände- und Oberflächendesinfektionsmittel für das Gesundheitswesen und Arzneimittel herstellen zu können, braucht es allerdings spezielle Spezifikationen für Ethanol gemäss der Biozidprodukteverordnung.

Ethanol gibt es in unterschiedlichen Konzentrationen und Qualitäten Die am häufigsten verwendeten Konzentrationen sind Ethanol absolut (99.9%) und Ethanol 96% (V/V) in Pharma Grade Qualität. Damit können alle relevanten Verwendungszwecke abgedeckt werden.

Gut die Hälfte des gesamten in die Schweiz importierten Ethanols wird als Treibstoffzusatz verwendet (Biofuel). Das Ethanol für die Industrie wird zu rund je einem Drittel im chemischen sowie im pharmazeutischen Bereich eingesetzt, inklusive der Herstellung von Desinfektionsmitteln. Das letzte Drittel geht unter anderem in die Produktion von Aromen, Essenzen, Kosmetik und Lebensmittel.

Auch bekannt als Ethylalkohol, Alkohol, Spiritus, Sprit

Ethanol entsteht durch Vergärung von Zucker oder Stärke aus biologischen Materialien, zum Beispiel aus Mais, Zuckerrohr oder Getreide. Die benötigte Konzentration (>15%) wird durch Destillation erreicht. Ethanol kann auch aus chemischer Synthese (Erdölnebenprodukt, nicht für Spirituosen) hergestellt werden. Dies ergibt sogenannten technischen Alkohol. Er wird vor allem als Lösungsmittel oder Brennstoff eingesetzt.

Es wird unterschieden zwischen Ethanol, das für Genusszwecke bestimmt ist und besteuert wird (undenaturiertes Ethanol) und Ethanol, das durch Zusatz bestimmter Stoffe oder Stoffgemische für den Genuss unbrauchbar gemacht und in der Industrie eingesetzt wird (denaturiertes Ethanol).

Letzte Änderung 17.09.2021

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