Heilmittel

Der Bedarf an Heilmitteln in der Schweiz wird mehrheitlich durch Importe sichergestellt. Bei einigen Produktegruppen wie z.B. Antibiotika oder Insulinpräparaten besteht praktisch eine vollumfängliche Auslandsabhängigkeit.

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Aktuell

Dank Heilmittelplattform konnten Engpässe überbrückt werden

Bei lebenswichtigen und meldepflichtigen Medikamenten ist es 2019 und 2020 zu mehr als 300 Versorgungsstörungen gekommen. Die Heilmittelplattform der wirtschaftlichen Landesversorgung WL hat die Störungen erfasst und analysiert. Dank frühzeitigem Monitoring und Einsatz von Pflichtlagerwaren konnten mehrere kritische Situationen überbrückt werden. Dies hält ein Bericht fest, den der Bundesrat am 12. Mai 2021 zur Kenntnis genommen hat.

Insgesamt 321 Versorgungsstörungen wurden in den Berichtsjahren 2019 und 2020 erfasst. Von 2016 bis 2019 nahm die Zahl der gemeldeten Störungen zu. 2020 gingen die Meldungen um 26 Prozent zurück, von 184 (2019) auf 137 (2020). Während der ersten Covid-19-Welle im April 2020 kam es zwar zu einer massiven Zunahme von Meldungen. Im Verlaufe des Jahres fielen die Meldungen dann aber unter das Niveau des Vorjahres. Mögliche Erklärungen für diese rückläufige Entwicklung finden sich in den Folgen der Covid-19-Pandemie.

Medienmitteilung: Dank Heilmittelplattform konnten Engpässe überbrückt werden

Bericht 2019-2020 der Meldestelle für lebenswichtige Humanarzneimittel (PDF, 1 MB, 12.05.2021)

(12.05.2021)

Die Globalisierung der vergangenen Jahre hatte zur Folge, dass einerseits bei den Anbietern und andererseits bei den Produktionsstandorten weltweit eine Konzentration stattfand. Gleichzeitig wurden die Lagermengen aus Kostengründen auf allen Stufen abgebaut. Die Versorgungsketten von Heilmitteln sind dadurch entsprechend anfälliger geworden.

Die WL hat Massnahmen sowohl für kurzfristige Engpässe und Lieferausfälle als auch für den Fall einer Pandemie vorbereitet. Damit kann einerseits das Angebot gestützt (Versorgung aus Pflichtlagern) und andererseits die Nachfrage gesteuert werden (priorisierte Verteilung, Kontingentierung).

Die im Sommer 2015 eingerichtete Meldestelle im BWL ermöglicht im Sinne eines Frühwarnsystems eine rasche Erfassung von Versorgungsstörungen bei kritischen Humanarzneimitteln. Den durch die Akteure des Gesundheitswesens gemeldeten Lieferengpässen kann so zeitgerecht mit geeigneten Massnahmen begegnet werden.

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 12.05.2021

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