Heilmittel

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Der Bedarf an Heilmitteln in der Schweiz wird mehrheitlich durch Importe sichergestellt. Bei einigen Produktegruppen wie z.B. Antibiotika oder Insulinpräparaten besteht praktisch eine vollumfängliche Auslandsabhängigkeit.

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Aktuell

137 Versorgungsstörungen bei lebenswichtigen und meldepflichtigen Medikamenten

Die Meldestelle für lebenswichtige Humanarzneimittel hat für 2021 137 Versorgungsstörungen erfasst. Die Anzahl der gemeldeten Versorgungsstörungen war damit 2021 genau gleich hoch wie im Jahr 2020.

Am häufigsten betroffen waren Analgetika (29%), gefolgt von Antibiotika (25%) und Impfstoffen (je 10% der Meldungen). Die Marktrückzüge machten im vergangenen Jahr 18% der gemeldeten Störungen aus.

2021 waren in rund 63% der Fälle die Versorgungsstörungen auf Probleme im Zusammenhang mit der Versorgungskette zurückzuführen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 89 Genehmigungen zum Bezug von Pflichtlagerwaren erteilt (2019: 57 Genehmigungen, 2020: 71 Genehmigungen).

Im Vergleich zu 2019 gingen die gemeldeten Versorgungsstörungen im 2020 und 2021 um 26% zurück. Ob dieser Rückgang mit den pandemiebedingt nicht durchgeführten Therapien oder der erhöhten Sensibilisierung bezüglich Versorgungssicherheit zusammenhängt, wird die Entwicklung in 2022 zeigen.

Jahresbericht 2021 der Meldestelle für lebenswichtige Heilmittel (PDF, 845 kB, 05.04.2022)

(05.04.2021)

Die Globalisierung der vergangenen Jahre hatte zur Folge, dass einerseits bei den Anbietern und andererseits bei den Produktionsstandorten weltweit eine Konzentration stattfand. Gleichzeitig wurden die Lagermengen aus Kostengründen auf allen Stufen abgebaut. Die Versorgungsketten von Heilmitteln sind dadurch entsprechend anfälliger geworden.

Die WL hat Massnahmen sowohl für kurzfristige Engpässe und Lieferausfälle als auch für den Fall einer Pandemie vorbereitet. Damit kann einerseits das Angebot gestützt (Versorgung aus Pflichtlagern) und andererseits die Nachfrage gesteuert werden (priorisierte Verteilung, Kontingentierung).

Die im Sommer 2015 eingerichtete Meldestelle im BWL ermöglicht im Sinne eines Frühwarnsystems eine rasche Erfassung von Versorgungsstörungen bei kritischen Humanarzneimitteln. Den durch die Akteure des Gesundheitswesens gemeldeten Lieferengpässen kann so zeitgerecht mit geeigneten Massnahmen begegnet werden.

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 05.04.2022

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