Coronavirus

FAQ zur wirtschaftlichen Landesversorgung

Trotz der Corona-Krise ist die Inlandproduktion wie auch der Import von Gütern des täglichen Lebens sichergestellt. Dafür sorgt die Wirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung: Die wirtschaftliche Landesversorgung (WL) umfasst all jene Güter und Dienstleistungen, die lebenswichtig sind.

Aufgrund der massiv gestiegenen Nachfrage nach einzelnen Produkten kann es in den Geschäften zu kurzzeitigen Engpässen kommen.Die WL unterstützt die Wirtschaft mit verschiedenen Massnahmen.

Haben Sie Fragen aus Sicht eines Unternehmens? Antworten finden Sie unter diesem Link.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Versorgung? Antworten finden Sie nachfolgend:

Ernährung

  • Gibt es genügend Nahrungsmittel in der Schweiz?
    • Die Versorgung der Schweiz mit Nahrungsmitteln ist sichergestellt.
    • Für den Fall von schweren Mangellagen gibt es Pflichtlager an lebenswichtigen Nahrungsmitteln. Diese entsprechen dem Bedarf von 3 – 4 Monaten.
    • Es gibt auch in der aktuellen Situation keinen Grund, sich einen Notvorrat anzulegen, der mehr als eine Woche abdeckt.
  • Weshalb kommt es zu leeren Regalen in einigen Geschäften?
    • Wenn die örtliche Nachfrage den vorhandenen Filialbestand übersteigt, kommt es zum Teil zu «leeren» Regalen. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist jedoch sichergestellt. Die WL unterstützt mit Massnahmen die Logistik der Grossverteiler.
  • In den Medien konnte man lesen, dass es eine Rationierung braucht. Stimmt das?
    • Die Versorgung der Schweiz mit Nahrungsmitteln ist sichergestellt. Es gibt auch in der aktuellen Situation keinen Grund, sich einen übermässigen Vorrat anzulegen. Entsprechend sind derzeit keine Abgabebeschränkungen oder Rationierungen notwendig.
  • Können wir trotz dem Corona-Virus gefahrlos Hahnenwasser konsumieren?
    • Die Übertragung der Viren erfolgt nicht über die Trinkwassersysteme. Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser ist deshalb nicht gefährdet, der Konsum von Trinkwasser ist sicher.

Weiterführende Informationen:

Lebensmittel

Notvorrat

Grundlagendokumente


Heilmittel

  • Sind die für die Versorgung der Bevölkerung wichtigen Medikamente vorhanden?
    • Die Versorgung mit Arzneimitteln ist gewährleistet, Import und Produktion verlaufen normal. Ausserdem sind die lebenswichtigen Medikamente der Pflichtlagerhaltung unterstellt. Es bestehen Vorräte im Umfang von 3-4 Monaten Normalverbrauch bei Antibiotika, Impfstoffen, starken Analgetika usw.
  • Weshalb wurde der Medikamentenverkauf eingeschränkt?
    • Die Nachfrage nach bestimmten Medikamenten hat in den vergangenen Tagen massiv zugenommen. Die Geschäfte werden mehrmals täglich beliefert. Doch die Nachfrage ist so gross, dass trotzdem gewisse Produkte in den Apotheken oder Drogerien vorübergehend knapp wurden.
    • Zur Sicherstellung einer gleichmässigen, flächendeckenden Versorgung hat der Bundesrat beschlossen, die Abgabemengen pro Verkauf bei bestimmten Medikamenten einzuschränken.
  • Welche Medikamente sind betroffen?
    • Betroffen von der Limitierung sind rezeptpflichtige Medikamente sowie schmerz- bzw. fiebersenkende Produkte und Hustenmittel. Es sind also nicht alle Medikamente von der Einschränkung betroffen.
  • Wie viele Packungen kann ich noch kaufen?
    • Grundsätzlich darf von den betroffenen Arzneimitteln nur noch eine Packung pro Einkauf abgegeben werden.
    • Um die Versorgung von chronisch kranken Patienten mit Dauerrezept sicherzustellen, dürfen an diese auch mehrere Packungen abgegeben werden, wobei die Gesamtmenge einen Zwei-Monats-Bedarf nicht übersteigen sollte.
  • Stimmt es, dass die Masken ausverkauft sind?
    • Die Hygienemasken werden weitgehend in China produziert, weshalb die Belieferung unterbrochen ist. Für die Institutionen des Gesundheitswesens sind Masken vorhanden.
  • Ist es überhaupt sinnvoll Masken zu tragen?
    • Hygienemasken sind sinnvoll für Erkrankte, wenn sie das Haus verlassen müssen. Sie bieten aber keinen sicheren Schutz gegen eine Ansteckung von gesunden Menschen.
  • Gibt es genügend Desinfektionsmittel im Handel?
    • Es sind ausreichend Vorräte an Alkohol und Gebinden vorhanden, um primär das Gesundheitswesen versorgen zu können. Die Produktion wird weiter gesteigert, damit auch die Läden wieder beliefert werden können.
    • Bei Bedarf können Pflichtlager an Kunststoffgranulaten für die Herstellung von Behältnissen freigegeben werden.
  • Welchen Einfluss hat die Situation in China auf zukünftige Lieferungen bei Medikamenten?
    • Es ist noch zu früh, eine abschliessende Beurteilung abzugeben. Tatsache ist, dass alle Medikamente aus China bereits in der Vergangenheit immer wieder von Lieferunterbrüchen betroffen waren und sich deshalb die Situation bis jetzt in Bezug auf Nachschub von Medikamenten noch nicht wesentlich verändert hat.          

Weiterführende Informationen:

Heilmittel

Verordnung über die Beschränkung der Abgabe von Arzneimitteln


Logistik

  • Beeinträchtigt der Corona-Virus die Logistik in der Schweiz?
    • Der Binnengüterverkehr funktioniert nach wie vor weitgehend ohne Einschränkungen.
    • Die Detailhändler und Apotheken wurden überrannt. Daher hat die WL Massnahmen beschlossen, die Logistik zu unterstützen.
  • Hat die WL Massnahmen zur Aufrechterhaltung der Transportkapazitäten getroffen?
    • Die WL und das Bundesamt für Strassen ASTRA haben für Ereignisse mit Krisenpotential verschiedene Prozesse in Bezug auf Abweichungen von strassenverkehrsrechtlichen Vorschriften vereinbart. Diese wurden vom ASTRA mittels Verfügung bereits in Kraft gesetzt.
    • Die Massnahmen betreffen die Ausnahme vom Sonntags- und Nachtfahrverbot, die Beladung von Lastwagen sowie die Flexibilisierung der Arbeitszeiten der Chauffeure und gelten für die Beförderung von lebenswichtigen Gütern.
    • Die Verfügung ist nur zusammen mit einer Bestätigung der WL gültig. Sie können Bestätigungen unter folgender Adresse beantragen:
      • Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung
        Geschäftsstelle Logistik
        Bernastrasse 28
        3003 Bern

        oder per E-Mail: info@bwl.admin.ch
  • Beeinträchtigt der Corona-Virus die Logistik weltweit?
    • Der internationale Verkehr mit Fernost ist zurückgegangen. In China wird zurzeit weniger hergestellt, auch wenn die Produktion teilweise wieder angerollt ist. Dadurch wird in chinesischen Häfen weniger Ware verschifft. Dies hat zur Folge, dass es freie Kapazitäten bei den Hochseeschiffen sowie in den Häfen gibt.
    • Weil aus Fernost weniger Ware in Europa eintrifft, gibt es auch mehr freie Umschlagkapazitäten in europäischen Häfen und beim Weitertransport in die Schweiz (wie bspw. bei der Rheinschifffahrt, den Umschlagterminals, usw.).
    • Der grenzüberschreitende Bahnverkehr funktioniert zurzeit ohne Einschränkungen.
    • Beim Strassenverkehr gibt es teilweise Wartezeiten an den Grenzen.

Weiterführende Informationen:

Logistik


Energie

  • Beim Mineralöl ist die Schweiz vollumfänglich auf Importe angewiesen. Wie wird die Versorgung sichergestellt?
    • Es sind bislang keine Engpässe aufgrund des Coronavirus auf die Versorgung bekannt. Die Mineralölversorgung funktioniert normal und ist gesichert.
    • Sollte es dennoch zu einem Engpass kommen, könnte mit bestehenden Pflichtlagern eine Vollversorgung für mehrere Monate (4,5 Monate für Heizöl, Diesel, Benzin) gewährleistet werden.
  • Im Winter muss die Schweiz oft Strom importieren. Ist die Stromversorgung zurzeit gewährleistet?
    • Aufgrund des hohen Bedarfs an elektrischer Energie ist die Schweiz im Winter normalerweise auf Importe angewiesen. Wegen der milden Temperaturen muss die Schweiz in diesem Winter weniger Strom importieren.
    • Aktuell ist die Versorgungssituation sowohl in der Schweiz wie auch europaweit sehr gut.
  • Können die Kraftwerke auch bei weiterer Verbreitung der Krankheit die Stromproduktion aufrechterhalten?
    • Die grossen Stromunternehmen und Netzbetreiber sind als Betreiber kritischer Infrastrukturen auf Notsituationen gut vorbereitet und verfügen über Pandemiepläne. Sie sind in der Lage, auch mit reduziertem Personalbestand die betriebsnotwendigen Prozesse sicherzustellen.

Weiterführende Informationen:

Energie


IKT

  • Was geschieht, wenn plötzlich alle von zuhause aus arbeiten?
    • «Home Office» kann in der aktuellen Situation und in bestimmten Bereichen sinnvoll sein. Allerdings sind nicht alle Tätigkeiten für «Home Office» geeignet und nicht jedes Unternehmen kann eine entsprechende Infrastruktur zur Verfügung stellen. Zurzeit geht die WL davon aus, dass, wenn überhaupt, die Engpässe bei den Unternehmen bestehen. Sollte es dennoch zu einer Überlastung der Netze kommen, sind entsprechende Massnahmen bspw. zur temporären Abschaltung weniger wichtiger Dienstleistungen gemeinsam mit dem BAKOM und den Providern vorbereitet.

Weiterführende Informationen:

IKT

 

Links:

BAG

SECO

UVEK: Coronavirus - Aktuelle Informationen

Coronavirus: Hinweise für Flugpassagiere

Auftrag der wirtschaftlichen Landesversorgung

Landesversorgungsgesetz

Massnahmen der wirtschaftlichen Landesversorgung

Massnahmenbericht (PDF, 2 MB, 06.09.2019)

Letzte Änderung 25.03.2020

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