Coronavirus

FAQ zur wirtschaftlichen Landesversorgung

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Haben Sie Fragen aus Sicht eines Unternehmens? Antworten finden Sie unter diesem Link.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Versorgung? Antworten finden Sie nachfolgend:

Heilmittel

  • Wie steht es um die Versorgung mit wichtigen Medikamenten in der Schweiz?
    Die Versorgung mit Arzneimitteln ist im Umfang gewährleistet, der zu normalen Zeiten benötigt wird: Import und Produktion von Medikamenten verlaufen wie üblich. Aktuelle Störungen zu lebenswichtigen Arzneimitteln veröffentlichen wir hier.
    Chronisch kranken Personen empfehlen wir, eine angemessene Reserve der wichtigsten Medikamente zu halten und zwar im Umfang von etwa einem Monat oder einer Packung. Diese Empfehlung finden Sie auch in der Broschüre zum Notvorrat. Damit die Versorgung stabil bleibt, ist es wichtig, dass nicht grosse Mengen eingekauft werden. Damit helfen Sie zudem mit, dass wichtige Medikamente nicht unnötig vernichtet werden müssen – z.B. weil das Datum abgelaufen ist.
  • Sind die Medikamente, die für die Versorgung der COVID-Kranken wichtig sind, vorhanden?
    Der Fachbereich Heilmittel der wirtschaftlichen Landesversorgung kontrolliert bei ausgewählten Medikamenten, die für COVID-Patientinnen und Patienten wichtig sind, wöchentlich die Verfügbarkeit auf dem Markt und vergleicht sie mit den Entwicklungen der COVID-19-Zahlen. Somit kann die wirtschaftliche Landesversorgung rechtzeitig auf Veränderungen hinweisen und - falls nötig - eingreifen.
    Im Frühling 2020 wurden gewisse Medikamente im Spitalbereich - Narkosemittel, Antibiotika und Opiate - aufgrund von COVID-19 knapp, da mehr Medikamente gebraucht wurden. Deshalb wurden diese Medikamente kontingentiert, der Bund gab die Menge pro Spital vor. Wir empfehlen den Spitälern weiterhin, eine Reserve zu halten, die einen Monat abdeckt. Auch sollten die Spitäler nicht mehr Medikamente bestellen, als sie für einen Monat benötigen. Durch diese Massnahme können die Medikamente, die für COVID-19 zusätzlich beschafft werden, dort eingesetzt werden, wo sie gebraucht werden.

  • Warum sind diese Massnahmen wichtig?
    Die Produktion von Medikamenten und Medizinprodukten ist heute global organisiert und findet an wenigen Orten auf der Welt statt – meist in Asien.
    Durch die Pandemie werden weltweit massiv mehr spezifische Heilmittel gebraucht. Doch eine entsprechende Produktionssteigerung ist bei den meisten Firmen nicht möglich, gewisse Produktionen mussten wegen COVID-19-Massnahmen (z.B. Abstandsregeln) sogar reduziert werden. Die ohnehin schon knappen Lager wurden in der Folge grösstenteils geleert. Dadurch sind nur kleinere Mengen auf dem Markt erhältlich, und es kommt teilweise zu Engpässen in der Versorgung.
    Durch die Frühwarnung des Monitorings der wichtigen Medikamente kann der Bund bei Bedarf mit entsprechenden Warnungen der betroffenen Firmen und zusätzlichen Beschaffungen rechtzeitig reagieren und die Versorgung so sicherstellen.
  • Hat die Schweiz genug Ethanol, um Desinfektionsmittel herzustellen?
    Ja, zurzeit gibt es in der Schweiz ausreichend Ethanol und Desinfektionsmittel. Auch ist die Versorgung mittelfristig gesichert: Das Parlament hat in der Herbstsession einen Verpflichtungskredit von knapp 6 Mio. CHF für eine Übergangslösung zur Sicherstellung von Ethanolvorräten gutgeheissen. Aktuell wird eine Vernehmlassung zur Einführung einer Pflichtlagerhaltung von Ethanol durchgeführt.
  • Verfügt die Schweiz über genügend Schutzmaterialien ?
    Der Bund hat in den vergangenen Monaten grosse Lager an Schutzmaterialien aufgebaut. Eine detaillierte Übersicht über diese Beschaffungen, die gemäss den Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) getätigt wurden, können Sie dem Beschaffungsbericht der Armeeapotheke entnehmen. Darüber hinaus wurden auch die Kantone aufgefordert, im gleichen Umfang wie der Bund Vorräte an Schutzmaterialien anzulegen. Der Bevölkerung empfehlen wir, einen persönlichen Notvorrat an Hygienemasken zu halten - ca. 50 Stück pro Person.

Weiterführende Informationen:
Heilmittel
Link für Anbieter von Schutzmaterial
SRF Espresso 18.05.2020: Was ist eigentlich Ethanol?

Logistik

  • Im Frühjahr 2020 gab es zum Teil leere Regale in den Läden, und WC-Papier war manchenorts ausverkauft. Wie ist die Situation jetzt?
    Zurzeit - wie auch schon im Frühjahr 2020 - gibt es in der Schweiz genügend Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs.
    Die Lebensmittel- und Logistikbranchen mussten auf die Massnahmen reagieren und sich neu organisieren. Dazu brauchten sie ein paar Tage Zeit, und vereinzelt fehlten Produkte. Damit der Detailhandel über Weihnachten und Neujahr die nötige Flexibilität für die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs hatte, wurde er über die Festtage befristet mit Logistikmassnahmen unterstützt. Jetzt sind die Abläufe eingespielt und der Nachschub ist sichergestellt.
  • Beeinträchtigt das Corona-Virus die Logistik weltweit und somit in der Schweiz?
    Das internationale Verkehrsvolumen war 2020 tiefer als im Vorjahr. Die Produktion in Asien, insbesondere in China, und auch der internationale Verkehr haben jedoch wieder zugenommen. China braucht für seine gesteigerten Exporte mehr Container. Einmal ausgeladen bleiben viele dieser Container aber im Rest der Welt leer stehen, da dort die Produktion und damit der Export noch nicht auf ein normales Niveau zurückgekehrt sind. Dieses Ungleichgewicht verteuert die Frachtraten und führt zu Lieferverzögerungen in den Seehäfen, was auch den Nachlauf in die Schweiz beeinträchtigt.
    Um den Güterimport zu erleichtern, hatte der Zoll im April 2020 die sogenannten «Green Lanes» eingeführt. Diese sind für den Transport von versorgungsrelevanten Gütern reserviert. Sie sind weiterhin in Kraft (Eidg. Zollverwaltung, Richtlinie 10-27 Green Lanes). Der Güterverkehr innerhalb der Schweiz funktioniert ohne Einschränkungen.

Weiterführende Informationen:
Logistik
faz.net: Suezkanal wieder frei: Probleme im globalen Frachtverkehr bleiben
SVS: Güterumschlag schweizerische Rheinhäfen 2020 (PDF, 329 kB, 19.02.2021)
SRF Einstein: Corona und die Logistik – Versorgung im Krisenmodus
ECO - Corona-Pandemie unterbricht Lieferketten - Play SRF

Energie

  • Die Corona-Krise hatte zum Teil Auswirkungen auf die Versorgung in der Schweiz. War die Energieversorgung tatsächlich nicht gefährdet?
    Die Versorgung der Schweiz mit den verschiedenen Energieträgern war jederzeit sichergestellt, eine Änderung der Versorgungssituation ist auch nicht absehbar. Die Energieversorgungsunternehmen waren und sind als Betreiber kritischer Infrastrukturen gut auf Notsituationen vorbereitet und können auf Pandemiepläne zurückgreifen. Mittels dieser können die Unternehmen den Betrieb aufrechterhalten, auch wenn viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleichzeitig krank werden und ausfallen. Die WL ist stets in engem Kontakt mit den Energieversorgern und verfolgt die Entwicklung der Versorgungslage genau. Für den Fall eines Engpasses hat die WL verschiedene Massnahmen vorbereitet – siehe Massnahmenübersicht Bereich Energie.

Weiterführende Informationen:
Energie
«Zürcher Wirtschaft» Januar 2021: Die Stromversorgung während der Corona-Krise (PDF, 455 kB, 04.02.2021)

IKT

  • Viele arbeiten seit Wochen im «Home Office». Mussten die IKT-Systeme an die Telearbeit angepasst werden und falls ja wie?
    Einerseits mussten sich Unternehmen anpassen, andererseits auch die Telekomanbieter.
    Da bisher «Home Office» in der Schweiz nicht die Regel war, mussten sich die Unternehmen zuerst diesbezüglich umorganisieren: Die meisten Unternehmen mussten dazu die Anzahl der Zugriffe, die die VPN-Systeme und Server empfangen können, anpassen. Danach konnten die Mitarbeitenden den Grossteil ihrer Aufgaben von zu Hause aus erledigen.
    In den ersten Tagen kam es zu Netzüberlastungen. Doch diese konnten von den Telekomanbietern behoben werden. Sie verfügen über genügend Bandbreite, um eine schweizweite berufliche und private Nutzung (Streaming etc.) zu ermöglichen. Zu keinem Zeitpunkt waren Massnahmen der WL erforderlich.

Weiterführende Informationen:
IKT

 

Letzte Änderung 15.04.2021

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