Coronavirus

FAQ zur wirtschaftlichen Landesversorgung

Trotz der Corona-Krise ist die Inlandproduktion wie auch der Import von Gütern des täglichen Lebens sichergestellt. Dafür sorgt die Wirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung: Die wirtschaftliche Landesversorgung (WL) umfasst all jene Güter und Dienstleistungen, die lebenswichtig sind.

Aufgrund der massiv gestiegenen Nachfrage nach einzelnen Produkten kann es in den Geschäften zu kurzzeitigen Engpässen kommen.Die WL unterstützt die Wirtschaft mit verschiedenen Massnahmen.

Haben Sie Fragen aus Sicht eines Unternehmens? Antworten finden Sie unter diesem Link.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Versorgung? Antworten finden Sie nachfolgend:

Heilmittel

  • Sind die Medikamente, die für die Versorgung der Bevölkerung wichtig sind, vorhanden?
    Die Versorgung mit Arzneimitteln ist gewährleistet, Import und Produktion verlaufen normal. Ausserdem sind die lebenswichtigen Medikamente der Pflichtlagerhaltung unterstellt. Das heisst: Es bestehen Vorräte im Umfang von 3-4 Monaten Normalverbrauch an Antibiotika, Impfstoffen, starken Analgetika usw.
    Medikamente im Spitalbereich - wie zum Beispiel Narkosemittel, Antibiotika und Opiate - wurden aufgrund von COVID-19 knapp, da mehr Medikamente gebraucht wurden. Deshalb wurden diese Medikamente kontingentiert. Durch diese Massnahme konnte die Versorgung durchgehend aufrechterhalten werden.
    Aktuell ist es zu einer gewissen Beruhigung gekommen, und die Liefermengen konnten erhöht werden. Der Fachbereich Heilmittel der WL kontrolliert wöchentlich die Situation und vergleicht sie mit den Entwicklungen bei den COVID-19 Zahlen. Somit könnte die WL rechtzeitig auf Veränderungen hinweisen und gegebenenfalls erneut eingreifen.

  • Weshalb wurde der Medikamentenverkauf eingeschränkt?
    Die Nachfrage nach bestimmten Medikamenten hat in den vergangenen Wochen massiv zugenommen. Die Geschäfte werden mehrmals täglich beliefert. Doch die Nachfrage ist so gross, dass trotzdem gewisse Produkte in den Apotheken oder Drogerien vorübergehend knapp wurden.
    Zur Sicherstellung einer gleichmässigen, flächendeckenden Versorgung hat der Bundesrat beschlossen, die Abgabemengen pro Verkauf bei bestimmten Medikamenten einzuschränken.

  • Welche Medikamente sind betroffen?
    Betroffen von der Limitierung sind rezeptpflichtige Medikamente sowie schmerz- bzw. fiebersenkende Produkte und Hustenmittel. Es sind also nicht alle Medikamente von der Einschränkung betroffen.

  • Wie viele Packungen kann ich noch kaufen?
    Grundsätzlich darf von den betroffenen Arzneimitteln nur noch eine Packung pro Einkauf abgegeben werden.
    Um die Versorgung von chronisch kranken Patienten mit Dauerrezept sicherzustellen, dürfen an diese auch mehrere Packungen abgegeben werden, wobei die Gesamtmenge einen Zwei-Monats-Bedarf nicht übersteigen sollte.

  • Gibt es genügend Desinfektionsmittel im Handel?
    Zurzeit gibt es genügend Desinfektionsmittel. Dieses ist primär für das Gesundheitswesen bestimmt, aber auch der Detailhandel bietet wieder an.
    Zudem hat das BAG für Apotheken und Drogerien eine Ausnahmezulassung für Desinfektionsmittel auf alkoholischer Basis erlassen.

  • Alle Länder brauchen nun dieselben Medikamente. Was heisst das für die Schweiz?
    Die Produktion von Medikamenten ist heute global organisiert und findet an wenigen Orten auf der Welt (oft in Asien) statt. Durch die Pandemie werden weltweit massiv mehr Medikamente gebraucht. Eine entsprechende Produktionssteigerung ist bei den meisten Firmen nicht möglich, und die ohnehin schon knappen Lager wurden grösstenteils geleert. Dadurch sind nur kleinere Mengen auf dem Markt erhältlich, und es kommt teilweise zu Engpässen in der Versorgung.

Weiterführende Informationen:
Heilmittel
Verordnung über die Beschränkung der Abgabe von Arzneimitteln
Link für Anbieter von Schutzmaterial

Logistik

  • Beeinträchtigt das Corona-Virus die Logistik in der Schweiz?
    Der Binnengüterverkehr funktioniert nach wie vor weitgehend ohne Einschränkungen.
    Die Detailhändler und Apotheken wurden zu Beginn der Krise überrannt. Daher hat die WL Massnahmen beschlossen, die Logistik zu unterstützen.

  • Hat die WL Massnahmen zur Aufrechterhaltung der Transportkapazitäten getroffen?
    Die WL und das Bundesamt für Strassen ASTRA haben seit Beginn der Covid19-Pandemie mit einer Verfügung die Logistik in der Schweiz unterstützt: Lebenswichtige Güter konnten auch sonntags und in der Nacht transportiert werden, das Ladegewicht von Lastwagen konnte voll ausgenützt werden, und die Arbeitszeiten der Chauffeure wurden ausgeweitet. Diese Massnahmen endeten am 30. April 2020. Mit einer Ausnahme: Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs dürfen weiterhin sonntags und nachts transportiert werden.
      
  • Beeinträchtigt das Corona-Virus die Logistik weltweit?
    Der internationale Verkehr mit Fernost ist zurückgegangen. Die Produktion in Asien nimmt nun wieder zu und es wird auch wieder mehr Ware transportiert.
    Im Vergleich zu vor der Krise trifft aber weniger Ware in Europa ein. Dadurch gibt es mehr freie Kapazitäten in europäischen Häfen und auch beim Weitertransport in die Schweiz (wie bspw. bei der Rheinschifffahrt, den Umschlagterminals).
    Der grenzüberschreitende Bahnverkehr funktioniert zurzeit ohne Einschränkungen.
    Beim Strassenverkehr gibt es teilweise Wartezeiten an den Grenzen. Deshalb hat der Zoll sogenannte «green lanes» eingeführt. Diese sind für den Transport von versorgungsrelevanten Gütern reserviert.

  • Lange Zeit war es sehr trocken.  Die Flüsse haben zum Teil weniger Wasser als üblich. Könnten allenfalls der Schienen- und der Strassengüterverkehr mehr Ware transportieren, falls die Schiffe auf dem Rhein weniger beladen werden könnten?
    Der Güterverkehr auf Strasse und Schiene ist während der Pandemie national wie auch international zurückgegangen. Ein Aufschwung auf das Niveau der Vorjahre wird auch nach der Pandemie nicht erwartet, sodass über das ganze 2020 genügend Kapazitäten auf der Strasse und vor allem auf der Schiene vorhanden sind, um das allenfalls wegfallende Rhein-Frachtvolumen aufzufangen.

Weiterführende Informationen:
Logistik

Industrie

  • Die Covid 19-Massnahmen führen dazu, dass viele Gebäude über mehrere Wochen nicht genutzt werden - Coiffeursalons, Schulen, Kindertagesstätten, Hotels etc. Woran muss das technische Personal nun denken, um die Hygiene der Wasserinstallationen dieser Gebäude sicherzustellen?
    Wenn Wasserinstallationen von Gebäuden über mehrere Wochen unbenutzt bleiben, bleibt Wasser in den Rohren liegen. Dadurch erhöht sich das Risiko für einen Legionellenbefall. Daher empfehlen wir dem technischen Personal, die Wasserinstallationen regelmässig zu spülen. Wenn das nicht möglich ist, muss die Warmwasseranlage ausgeschaltet und später wieder hochgefahren werden. Details entnehmen Sie dem Faktenblatt des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches (SVGW) (PDF, 187 kB, 23.04.2020).

Weiterführende Informationen:
Information des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV

Ernährung

  • Der Ansturm auf die Lebensmittel ist vorbei, die Regale längst wieder aufgefüllt - sind in den nächsten Wochen Engpässe bei der Nahrungsmittelversorgung zu erwarten? Z.B. wegen Ausfall von Personal oder Exportrestriktionen der Herkunftsländer?
    Die WL ist in Kontakt mit den versorgungsrelevanten Branchen und überprüft die Nahrungsmittelversorgung im In- und Ausland regelmässig. Bisher wurden keine versorgungsrelevanten Ausfälle in der Produktion und Verarbeitung von Nahrungsmitteln registriert.
    Punktuell sind Engpässe bei einzelnen Gütern nicht ausgeschlossen - z.B. wenn es zu wenige Erntehelfer hat während der Erntezeit. Die Schweiz verfügt über Pflichtlager an Grundnahrungsmitteln (Getreide, Reis, Zucker etc.). Damit können auch Mangellagen überbrückt werden.
    SRF ECO 06.04.2020: Genügend Nahrung - zu wenige Medikamente

  • Können wir trotz des Corona-Virus gefahrlos Hahnenwasser konsumieren?
    Die Übertragung der Viren erfolgt nicht über die Trinkwassersysteme. Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser ist deshalb nicht gefährdet, der Konsum von Trinkwasser ist sicher.

  • Hat die aktuelle Trockenheit Auswirkungen auf die Versorgung mit Trinkwasser?
    Die Versorgung mit Trinkwasser ist in der ganzen Schweiz gewährleistet. Die Grundwasserspeicher sind gut gefüllt, da es im Winter genügend geregnet hat.

Weiterführende Informationen:
Lebensmittel
Notvorrat
Grundlagendokumente

Energie

  • Die Corona-Krise hatte und hat zum Teil Auswirkungen auf die Versorgung in der Schweiz. Ist die Energieversorgung tatsächlich nicht gefährdet?
    Die Versorgung der Schweiz mit den verschiedenen Energieträgern war jederzeit sichergestellt, eine Änderung der Versorgungssituation ist auch nicht absehbar.
    Die Energieversorgungsunternehmen waren und sind als Betreiber kritischer Infrastrukturen gut auf Notsituationen vorbereitet und können auf Pandemiepläne zurückgreifen. Mittels dieser können die Unternehmen den Betrieb aufrechterhalten, auch wenn viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleichzeitig krank sind und ausfallen.
    Die WL ist in engem Kontakt mit den Energieversorgern und verfolgt die Entwicklung der Versorgungslage genau. Für den Fall eines Engpasses hat die WL verschiedene Massnahmen vorbereitet – siehe Massnahmenübersicht Bereich Energie.

Weiterführende Informationen:
Energie

IKT

  • Viele arbeiten seit Wochen im «Home Office». Mussten die IKT-Systeme an die Telearbeit angepasst werden und falls ja wie?
    Einerseits mussten sich Unternehmen anpassen, andererseits auch die Telekomanbieter.
    Da bisher «Home Office» in der Schweiz nicht die Regel war, mussten sich die Unternehmen zuerst diesbezüglich umorganisieren: Die meisten Unternehmen mussten dazu die Anzahl der Zugriffe, die die VPN-Systeme und Server empfangen können, anpassen. Danach konnten die Mitarbeitenden den Grossteil ihrer Aufgaben von zu Hause aus erledigen.
    In den ersten Tagen kam es zu Netzüberlastungen. Doch diese konnten von den Telekomanbietern behoben werden. Sie verfügen über genügend Bandbreite, um eine schweizweite berufliche und private Nutzung (Streaming etc.) zu ermöglichen. Zu keinem Zeitpunkt waren Massnahmen der WL erforderlich.

Weiterführende Informationen:
IKT

 

Letzte Änderung 20.05.2020

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