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Veröffentlicht am 21. Oktober 2026

Versorgungslage

Hier erfahren Sie, wie die Wirtschaftliche Landesversorgung WL die aktuelle Versorgungslage der Schweiz in den WL-Bereichen Ernährung, Energie, Heilmittel, IKT, Logistik und Industrie beurteilt.

Lagebericht der Wirtschaftlichen Landesversorgung

Alle Informationen zur aktuellen Versorgungslage finden Sie in dem unten stehenden Lagebericht. Er wird regelmässig aktualisiert.

Allgemeine Versorgungslage

Der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus ist weiterhin eingeschränkt. Zudem attackieren die Huthi-Rebellen Schiffe, die die Meerenge Bab al-Mandab passieren sowie Öl-Einrichtungen in Saudi-Arabien. Weiterhin gilt, dass die Normalisierung der globalen Versorgungsströme nach einem nachhaltigen Ende der militärischen Aktivitäten im Nahen und Mittleren Osten Monate dauern wird (Reparatur und Wiederinbetriebnahme der Infrastrukturen; Wiederaufbau Logistikketten).

Aufgrund der anhaltenden Trockenperiode besteht auf dem Rhein seit längerer Zeit Niedrigwasser. Dadurch können Schiffe nur mit stark reduzierter Ladung oder gar nicht mehr verkehren, was die Transportkapazitäten auf dem Rhein für den Import von lebenswichtigen Gütern in die Schweiz stark einschränkt oder sogar vollständig wegfallen lässt.

Durch das Niedrigwasser entstehende Engpässe bei den Transportkapazitäten sowie deren Auswirkungen lassen sich bis zu einem gewissen Grad durch andere Verkehrsträger (insbesondere Schiene, Strasse oder Pipeline), durch entsprechende Reserven der jeweiligen Unternehmen sowie – sofern ausreichende Inlandkapazitäten vorhanden sind – durch eine Ausweitung der inländischen Produktion kompensieren.

Die Akteure der Wirtschaftlichen Landesversorgung beobachten zusammen mit den betroffenen Branchen die Versorgungslage genau. Für den Fall, dass sich die Lage verschärfen und es zu einem Versorgungsengpass kommen sollte, stehen bewährte Instrumente zur Verfügung. Dazu gehören insbesondere die Pflichtlager, auf die bei Bedarf zurückgegriffen werden könnte, um die Versorgung zu stabilisieren.

Aktuell sind Bezüge bei Pflichtlagern für Protein-Futtermittel und bis zu 6.5% bei Flugpetrol bewilligt.

Ernährung

Aktuelle Lage

Protein-Futtermittel

Der Import der Protein-Futtermittel in die Schweiz ist seit Monaten stark eingeschränkt. Das hauptsächlich verwendete «Sojaextraktionsschrot» entsteht als proteinreiches Nebenprodukt der Sojaölgewinnung. Derzeit sind sowohl die Anlieferung der Sojabohnen an die Verarbeitungswerke als auch der anschliessende Transport des Extraktionsschrots in die Schweiz vor allem wegen des Niedrigwassers auf Rhein und Donau beeinträchtigt. Erschwerend hinzu kommt, dass wegen der anhaltenden Trockenheit weniger Raufutter verfügbar ist, weshalb die Landwirte teilweise mehr Proteinfutter beimischen. Damit trifft eine erhöhte Nachfrage nach Protein-Futtermitteln auf eine gleichzeitig eingeschränkte Import- und Versorgungssituation.

Ergänzend zur bereits bestehenden temporären Bedarfsdeckungsunterschreitung (TBDUS) von maximal 20% hat der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), Guy Parmelin, auf Antrag des Delegierten für wirtschaftliche Landesversorgung (DWL), Roland Pfister, eine Pflichtlagerfreigabe angeordnet. Die entsprechende Verordnung ist am 15. Oktober 2026 in Kraft getreten. Dadurch können zusätzliche Mengen aus den Pflichtlagern freigegeben werden, die über den Rahmen der im Rahmen der TBDUS freigegebenen 20% der Protein-Futtermittel hinausgehen.

FAQ

Weiterführende Informationen

WL-Massnahmen Ernährung

BAFU: Trockenheitsbulletin

BAFU: Sommer 2026 - Trockenheit und ihre Folgen

Bundesamt für Landwirtschaft BLW

Energie

Aktuelle Lage

Mineralölprodukte

Die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten haben derzeit keine direkten Auswirkungen auf die Warenverfügbarkeit in der Schweiz. Auf amerikanischen Druck hin wollen die G7-Staaten zur Vermeidung eines amerikanischen Dieselöl-Exportverbots in den nächsten 4 Monaten 100 Mio. Fass Dieselöl und Rohöl freigeben.  Der Verwaltungsrat der Internationalen Energieagentur (IEA) hat am 16. Oktober 2026 beschlossen, den Entscheid der G7 zu unterstützen. Diese Freigaben erfolgen im Rahmen der gemeinsamen Massnahme vom März 2026.

Aufgrund des Rheinniedrigwassers, von Zugausfällen, der Kürzung bei Pipelinelieferungen in Europa sowie der kurzfristig kommunizierten, zusätzlichen Schienensperrung im Rheintal konnte die Versorgung der Schweiz mit Flugpetrol nicht mehr vollständig sichergestellt werden. Daher wurde eine Flugpetrol-Pflichtlagerfreigabe notwendig. Der Delegierte für wirtschaftliche Landesversorgung hat die Freigabe von 30'000 m3 Flugpetrol für 2 Wochen (15. Oktober - 1. November 2026) nach dem Konzept der Temporären Bedarfsdeckungsunterschreitung (TBDUS) genehmigt.

Die Dieselöl-Versorgung ist äusserst angespannt jedoch derzeit noch sichergestellt. Die Benzin- und Heizöl-Versorgung ist gesichert, aber angespannt.

FAQ

Mineralölversorgung und Pflichtlager

Weiterführende Informationen

WL-Massnahmen Erdöl

Pflichtlagersortiment Energie

Falls Diesel knapp wird – Die Volkswirtschaft

CARBURA

Bundesamt für Energie BFE

Avenergy Suisse

Internationale Energieagentur IEA

Logistik

Die Versorgung mit Transport- und Logistikdienstleistungen ist sichergestellt.

Die Schiffbarkeit auf dem Rhein ist aufgrund des Niedrigwassers erheblich eingeschränkt. Als Folge davon verlagern sich Transporte auf alternative Verkehrsträger, insbesondere auf Schiene und Strasse.

Die Schiene als zentraler Ausweichverkehrsträger ist gegenwärtig von Einschränkungen im Zusammenhang mit Baustellen und Störungen im DB-Netz betroffen. Die daraus resultierenden Kapazitätsengpässe führen zu Verzögerungen und Ausfällen und verschärfen die angespannte Transportsituation zusätzlich.

Heilmittel

Die Versorgung ist bei einzelnen Wirkstoffen eingeschränkt. Bei Engpassmeldungen werden notwendige Bezüge aus Pflichtlagern bewilligt.

FAQ

Industrie

Die Versorgung mit Gütern der industriellen Produktion ist sichergestellt. Aktuell sind keine Massnahmen in Kraft oder Inkraftsetzungen geplant.

FAQ

Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT)

Die Versorgung mit Informations- und Kommunikationsdienstleistungen ist sichergestellt. Aktuell sind keine Massnahmen in Kraft oder Inkraftsetzungen geplant.